Das Aus für Haupt- und Realschule in Zülpich

Und da war es wieder, das Unwort der Zülpicher Politik:

 

Als "alternativlos" bezeichnete die CDU Ihren Beschlussvorschlag auf Schließung/Auslaufen der Haupt- und Realschule und Neugründung einer Gesamtschule zum kommenden Schuljahr.

Völlig überrascht waren die Vertreter der FDP, UWV und GRÜNEN, als die Vertreter von CDU und SPD bei dem Tagesordnungspunkt "Schulentwicklungsplanung" ihre schriftlich vorbereiteten Redemanuskripte zückten und der Einrichtung einer Gesamtschule bei Schließung/Auslaufen von Haupt- und Realschule das Wort redeten.

Denn die Vorlage der Verwaltung hatte zu diesem Punkt genau die Alternative aufgezeigt, die mit der neuen 12. Änderung des Schulgesetzes möglich war, den Erhalt der Realschule.

 

Gerade die Verwaltungsvorlage hatte sicher dafür gesorgt, dass die Realschuleltern sich in Sicherheit wähnten und daher nicht in großer Zahl zur Sitzung kamen. Darüber hinaus sorgte die seltsame Sitzungsterminierung (am ersten Ferientag!) auch dafür, dass Eltern fern blieben.

Ein Schelm, wer Böses über diese Abfolge denkt.

 

Die Übergabe von 2.000 Elternunterschriften, flammende Reden von Elternvertetungen, Schulleitern und Politikern, sie halfen nicht. Der Empfehlungsbeschluss an den Rat ging mit den Mehrheiten von CDU und SPD durch.

 

Und so musste dann auch der neue Schulleiter der Realschule gleich bei seiner Vorstellung im Ausschuss zur Kenntnis nehmen, dass er auf ein sinkendes Schiff aufgestiegen ist.

 

Die Realschule ist nach den Anmeldezahlen zweifellos unsere erfolgreichste Schulform.

Sie bindet in großer Zahl Schüler aus dem angrenzenden Dürener Raum an unsere Schulen.

Ausgerechnet unsere erfolgreichste Schule opfern wir jetzt für das zweifelhafte Modell einer Gesamtschule neben einem Gymnasium.

 

Die Gesamtschule fordert eine Mindesteingangszahl von 100 Schülern. Das Gutachten kam nach Berechnungen auf 105 Schüler + X. Schon diese Zahl, die im übrigen davon ausging, dass wir die Hälfte der Zülpicher Schüler die auf auswärtige Gesamtschulen gehen, zurückgewinnen, macht deutlich, auf welch schwachem Fundament die Entscheidung steht.

 

Es kommt hinzu, dass dann zukünftig eine zusätzliche Oberstufe neben dem Gymnasium und neben der Oberstufe im Nikolausstift in Zülpich geführt werden muss. Dafür fehlt in Zülpich schlicht das Potential an Schülern. Es wird sich abzeichnen, dass diese Entscheidung entweder unser Gymnasium oder die Fortführung der Gesamtschule gefährden wird.

 

In nächsten Ratssitzung nach den Sommerferien wird das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen.

 

Die FDP wird gegen die Einrichtung einer Gesamtschule stimmen.

 

Und die Realschuleltern sind dann aus dem Urlaub zurück, liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und SPD!

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