Zülpich und der Chef!

Am 27.03.2019 erschien im „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein interessanter Bericht über den aktuellen Stand des in Zülpich geplanten E-Commerce-Centers von Karstadt / Kaufhof. In der Chronologie ist unter anderem zu lesen, dass auf der Pressekonferenz am 24.05.2017 die Zülpicher über das Lager informiert wurden. Das Projekt wurde zur Chefsache erklärt. Zwei Monate später, nämlich am 27.05.2017, wurden die Euler-Hermes Kreditversicherungen für Kaufhof zurückgenommen, da Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens bestanden. Zwei Jahre später – so ist zu lesen – wird der Bau des Lagers auf unbestimmte Zeit vertagt.

 

Sicherlich ist die Fusion von Karstadt und Kaufhof für alle Beteiligte eine große Herausforderung. Der neue Konzern muss sich am Markt zunächst strategisch plazieren. Dazu gehören natürlich auch Standort-Analysen. Daher ist es möglicherweise sinnvoll, dass die Zülpicher Politik ein weiteres Zeitfenster für die Standortentscheidung öffnet. 

 

Fraglich ist aber, ob wir hier gerade „Skat spielen“! 

 

 

Der sog. Chef, Herr Bürgermeister Hürtgen, wird mit den Worten zitiert: „Es ist nicht so, als würden wir die Gewerbeflächen anderweitig nicht los. Wir haben Interessenten in der Hinterhand.“ Uns sind solche Interessenten nicht bekannt. Davon erfahren wir zum ersten Mal aus der Zeitung. Wir können also nicht wirklich entscheiden, was für Zülpich die beste Variante sein könnte. Wenn es tatsächlich jede Menge „knusprige Hähnchen“ gibt, so wäre deren Vorstellung ein wünschenswerter Vorgang. Schließlich wurden doch Wirtschaftspolitik und eine offene Informationspolitik ebenfalls schon 2015 zur Chefsache erklärt. 

 

Neuerdings ist auch die Windkraft in Zülpich Chefsache. Nach der krachenden Niederlage für das Spargelvorhaben  bei Enzen, haben wir eine Anfrage zu den bisher entstandenen, externen Beratungskosten für die Stadt gestellt. Auf die Zahlen sind wir gespannt. Es hört sich fast schon wie eine Drohung an, dass nun neue Planungsbüros für die Ausweisung von anderen WKZ gesucht werden. Wie viele „Vogel-Insekten-Schredderer“ sollen denn noch nach Zülpich kommen? Schade, Naturschutz ist in Zülpich keine Chefsache.

 

Laut dem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 17.01.2019 reicht das Geld für den Seepark noch zwei Jahre. Hoffentlich gelingt es dem Chef wenigstens für dieses tolle Stück Zülpich eine desaströse Entwicklung zu verhindern. Unsere Verbessungsvorschläge fanden bekanntlich keine positive Würdigung.